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Franz J. Noflaner. Wünschen, blicken, staunen

Updated: Jun 18

Ausstellung Franz J. Noflaner. Wünschen, blicken, staunen

Kreis für Kunst und Kultur, St. Ulrich, Gröden, Zweiter Teil

Di-So 10:00 - 12:00 und 17:00 - 19:00 Uhr Am Dienstag und Donnerstagabend bleibt die Ausstellung jeweils von 20.00 - 22.00 geöffnet. Am Allerheiligentag, 01.01.2012 bleibt die Ausstellung geschlossen.

Ausstellungseröffnung: Samstag, 27. Oktober 2012, 10.30 Uhr 27.10. - 25.11.2012

Der Erste Teil der Ausstellung im Museum Ladin, St. Martin in Thurn ist noch bis zum 31. Oktober 2012 zu sehen. Kurator: Markus Klammer, Bozen

Neben dem Ersten Teil der Ausstellung in St. Martin in Thurn mit den sechs Räumen und thematischen Schwerpunkten auf dem bildnerischen Werk beleuchtet der Zweite Teil in St. Ulrich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des malerischen und schriftstellerischen Werkes von Franz Josef Noflaner (1904 bis 1989). Eine Rauminstallation von dreißig Arbeiten auf Leinwand und auf Papier zusammen mit unveröffentlichten, auf Wandtafeln aufgezogenen literarischen Texten veranschaulicht die Parallelen zwischen der Welt des Wortes und der Welt der Bilder. Diese Ausstellung macht damit erstmals auch das geistige Flechtwerk zugänglich, das diesem außergewöhnlichen und zugleich unbekannten Werk zugrunde liegt.

Wie die Mittel der Poesie und Malerei nutzen, um allgemeinen menschlichen Erfahrungen einen tiefsinnigen Ausdruck und eine zeitlos bleibende Form zu geben? Diese Frage könnte man als die Antriebskraft hinter dem Gesamtwerk von Franz Josef Noflaner bezeichnen, das gerade durch diese Parallelität von Wort und Bild eine nicht nur in Südtirol, sondern auch international gesehen eigenständige Position einnimmt.

Bei allen strukturellen Besonderheiten von Text und Bild verbinden beide der Gehalt an Weltdeutung und Menschenkenntnis und der Blick hinter die Fassaden des menschlichen Daseins. Aus der Erfahrung, dass der Mensch die handelnde Kraft ist, der es nicht gelingt, die Welt so zu gestalten, wie es sein soll, resultiert bei Franz Noflaner das Dilemma und der unvereinbare Gegensatz zwischen der Welt der Realität und jener der Imagination.

Von allem Anfang an spricht dieses Werk, das zwischen den 1940er- und 1980er-Jahren entstanden ist, eine überaus persönliche und ausgereifte Sprache. Eine besondere Brisanz resultiert aus dem Schauplatz der Ausstellung, nämlich St. Ulrich als dem Ort in dem Tal, in welchem Franz Josef Noflaner 84 Jahre gelebt hat. Aus heutiger Sicht handelt es sich hier um einen der eigenwilligsten Grödner Intellektuellen des 20. Jahrhunderts, der sich mit seinem Leben außerhalb jeder gesellschaftlichen Anpassung gestellt und schließlich sogar die Position eines Außenseiters in der Kunst selbst bezogen hat. Mit seinem Beharren auf den hohen Ton und der Bewahrung der poetischen Form hat er in seiner Zeit der Anti-Poesie mehrfach Unverständnis und Irritation ausgelöst und auch seine Malerei hat sich nicht in die damals geläufigen Trends der Abstraktion, der Konzeptkunst oder des Minimalismus eingefügt. In Fachkreisen wird dieses Werk nun wiederentdeckt und neu bewertet.

Den Abschluss des Ausstellungsprojekts bildet der Themenabend

"Franz Josef Noflaner. Der Schriftsteller"

am 16. November 2012, 20.30 Uhr im Circolo in St. Ulrich:

  • Luis Benedikter liest ausgewählte Texte aus dem unveröffentlichten Nachlass;

  • Elmar Locher analysiert und kommentiert das literarische Werk und seinen Anspruch auf zeitliche Dauerhaftigkeit durch Poesie.




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